BAUHAUS: Bleichen Wulf

MS Bleichen

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Fotos: Enver Hirsch

Eine Gruppe von Hamburger Senioren, ehemalige Seefahrer und Schiffsfans, halten einen alten Stückgutfrachter in Schuss – ehrenamtlich. Aus Liebe zum Meer und Sehnsucht nach der See.

BAUHAUS - Profilbild: Bleichen Wulf
„Auf der Brücke sieht es fast noch genauso aus wie damals!“
Wulf
BAUHAUS - Schritt 1: Bleichen Wulf

Die letzte Reise einer alten Dame

Im Januar 2007 lief der 1958 für die Hamburger Reederei H. M. Gehrckens gebaute Stückgutfrachter zum letzten Mal in seinen Heimathafen Hamburg ein. Am Kai stand auch Wulf Büsing aus Bergedorf, der 1959 seine ersten Monate als Dritter Offizier auf der „Bleichen“ verbracht hatte. Als kurz darauf der Verein „Freunde des Stückgutfrachters MS Bleichen e. V.“ gegründet wurde, trat er sofort bei – als Mitglied Nummer sechs. Büsing und die anderen Vereinsmitglieder, über einhundert an der Zahl, kümmern sich seitdem darum, das Schiff als maritimes Kulturdenkmal zu erhalten und für Besichtigungen zu öffnen. Die meisten Ehrenamtlichen sind ehemalige Seeleute. Einige sind – wie Büsing – früher selbst auf dem Schiff gefahren.

BAUHAUS - Schritt 2: Bleichen Wulf

Viele Ersatzteile gibt es nicht mehr

Das Motorschiff „Bleichen“, das von der Stiftung Hamburg Maritim nur knapp vor der Verschrottung gerettet worden war, entsprach noch zu über 90 Prozent dem ursprünglichen Bauzustand, teilweise allerdings in einem sehr schlechten. In den folgenden Jahren wurde das Schiff daher nach und nach restauriert. Auch wenn der Stahlkoloss bereits mehrfach in der Werft war und mit drei Millionen Euro an Bundesgeldern weitestgehend instand gesetzt wurde, geht den Ehrenamtlichen die Arbeit nicht aus: Die Vereinsmitglieder kümmern sich vor allem um den Mittelaufbau mit Brücke und Offizierskammern und darum, die „Bleichen“ fahrtüchtig zu erhalten.

BAUHAUS - Schritt 3: Bleichen Wulf

Die Arbeit geht nicht aus

An allen Ecken und Enden des rund 95 Meter langen und gut zwölf Meter breiten Schiffs herrscht Geschäftigkeit. Die einen schrubben das Deck und schaffen mithilfe einer elektrisch betriebenen Seilwinde den in großen Ölfässern gesammelten Müll von Bord, um ihn an Land zu sortieren. Die anderen streichen das Deck, tauschen Rohre aus und kümmern sich darum, dass die Innenräume wieder aussehen wie im Jahre 1958. Harry Harfst (r.) und Peter Stahl kümmern sich gerade um die Elektrik.

BAUHAUS - Schritt 4: Bleichen Wulf

„Irgendwo muss immer etwas saubergemacht, gestrichen oder repariert werden.“

Für Mike Fischer aus Langenhorn ist die Arbeit auf der „Bleichen“ sein großes Hobby. Die Tätigkeiten an Bord erinnern ihn an seine Jugend, als er selbst zehn Jahre lang als Matrose zur See fuhr. Seit 2007 hilft der 59-Jährige dabei, das in die Jahre gekommene Schiff wieder zum Glänzen zu bringen.

BAUHAUS - Schritt 5: Bleichen Wulf

Die 1.800 PS starke Deutz-Maschine ist wieder topfit

Viel Zeit haben die ehrenamtlichen Ingenieure und Maschinenbauer des Vereins in die Grundüberholung des Vier-Takt-Dieselmotors mit Turbolader investiert. Unter anderem wurden alle acht Zylinderdeckel, Kolben und Laufbuchsen ausgebaut, überprüft und instand gesetzt oder erneuert. So präsentiert sich die Maschine jetzt in optimalem Zustand und die „Bleichen“ kann im Frühling 2018 erstmals wieder mit Passagieren auf große Fahrt gehen.

BAUHAUS - Schritt 6: Bleichen Wulf

Museumsschiff „Bleichen“ legt wieder ab

Mehr als zehn Jahre nach seiner Rückkehr in die Hansestadt machte der Stückgutfrachter Ende 2017 eine erste Werft-Testfahrt auf der Unterelbe. Wenige Monate später folgte im März die erste Probefahrt mit Passagieren. Auch viele der ehrenamtlichen Helfer waren an Bord und schipperten, vorbei an der HafenCity und den Landungsbrücken, die Elbe runter bis Cuxhaven und zurück – freudiges Willkommens-Tuten und Beschallung mit der deutschen Nationalhymne auf Höhe der Schiffsbegrüßungsanlage in Wedel inklusive.

BAUHAUS - Schritt 7: Bleichen Wulf

Publikumsfahrten und Besichtigungen

Ein wichtiger Meilenstein, denn der Unterhalt des historischen Schiffs soll künftig unter anderem mit den Einnahmen aus Publikumsfahrten bestritten werden. Natürlich kann die „Bleichen“ an ihrem Liegeplatz im Hansahafen, Schuppen 50 auch besichtigt werden: von Ostern bis Ende Oktober in der Zeit von 10 bis 17 Uhr, außer montags. Im Verlauf eines Rundganges über das Schiff erhalten die Besucher einen umfassenden Eindruck des 1958 gebauten Stückgutfrachters. www.msbleichen.de

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